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Ulla Wobst

Faszination : Rätselhaftigkeit

Zwei Leidenschaften waren für mich von früher Kindheit an gleich stark : Die Begeisterung für Kunst und Literatur.
Letztere führte mich zu meinem ersten Beruf. Nach dem Studium der Philologie ( Germanistik und Anglistik) in München, Tübingen, Berlin, Köln, Münster und Würzburg wurde ich Studiendirektorin am Gymnasium , verantwortlich für die Organisation des sprachlich-künstlerischen Aufgabenfeldes und Lehrerin für Deutsch , Englisch und Literatur.

Jugendliche an die Literatur heranzuführen , analytisch und kreativ , hat mit große Freude gemacht . So inszenierte ich viele Theaterstücke internationaler Dramatiker oder Texte einer literarischen Bewegung (z.B. der Dadabewegung) oder eines Autors ( z.B. von Ingeborg Bachmann) als abendfüllendes Programm .

Parallel zu meiner Tätigkeit am Gymnasium habe ich mich als Autodidakt intensiv mit der Kunstgeschichte befasst. Vor allem aber habe ich meine Fähigkeiten als Malerin weiterentwickelt . Dies führte dazu, dass ich seit 2001 hauptberuflich in meinem Atelier in Dortmund arbeite.

Meine Themen sind der Mensch und seine Urthemen : Leben, Liebe, Tod... im Gegensatz zu sozialkritischen Themen, die mir zu vordergründig und vorübergehend sind. Hinzu kommen als Themen fremde Kulturen und die Literatur.

Mein Statement ist : „Realität“ ist unendlich. Sie besteht aus allem, was man mit den Sinnen wahrnimmt, was man erlebt, fühlt , träumt und denkt. Aber auch aus allem, was darüber hinausgeht. Im Reich des Geistes und der Seele gibt es keine Grenzen.

Entspechend diesem Motto, die unendliche Vielfalt von „Realität“ zu zeigen, bewegen sich meine Bilder zwischen formal/traditioneller- und psychedelischer Kunst. Hierbei verwende ich ein Archiv aus literarischen Bezügen, Traumprojektionen und Erinnerungen. Auch greife ich zu auf abstrakte, surreale und symbolische Elemente.

Mein Material sind alle Art Farben (Aquarell, Pastell, Acryl, Öl) und Strukturmaterial, oft alsMischtechnik, auf Papier oder Leinwand. Neben einem formalen Stil verwende ich einen rhythmisierten, eine Art Gewebe hervorbringenden Malstil, indem ich ein äußeres Abbild prismenhaft zerlege, so dass der Bildaufbau, in unzählige Zellen und Flächen geordnet, eine Art Eigenleben führt.

Mein Hauptinteresse gilt dem Menschen und dem Rätselhaften, das ihn von Anfang bis Ende umgibt. Virginia Woolf, eine Dichterin, die ich sehr schätze, sagt dazu: „ Das Leben ist ein leuchtender Schein, eine halb-transparente Hülle, die uns von Anfang an umgibt“. „ Life is a luminous halo, a semi-transparent envelope, surrounding us from the beginning.“

Ich wurde in Gelsenkirchen-Buer geboren, bin verheiratet und habe zwei Kinder.